Fünf Fragen zu Terra Naturkost
Interview mit Meinrad Schmitt - Geschäftsführer der Terra Naturkost Handels KGWie wird man Bio-Großhändler, Herr Schmitt?
In meinem Fall kam einfach alles zusammen: Der Wunsch, etwas „Richtiges“ auf die Beine zu stellen, ein Diplom in Betriebswirtschaft, ein Lkw-Führerschein und Kontakte zu Berliner Bioläden – zunächst allerdings noch auf Kundenseite. Im Nachhinein hört sich das alles so an, als hätte aus mir gar nichts anderes werden können.
War Berlin damals nicht ein etwas abwegiger Standort?
Ja, in der Tat. Durch die Mauer hatte Berlin überhaupt kein Umland. Alle Produkte mussten also über Hunderte Kilometer Transitstrecke in die Stadt gebracht werden. Meine nächsten Bio-Produzenten saßen in Niedersachsen. Ich erinnere mich noch an eine Nacht am Grenzübergang Dreilinden, in der ich auf einen Lkw aus dem Westen mit 20 Kisten Kohlrabi gewartet habe. Das war 1988. Aber dann, 1989, änderte sich die Situation schlagartig: Die Mauer fiel, Land war plötzlich im Überfluss vorhanden. Bald entstanden die ersten Biobetriebe und machten Brandenburg in wenigen Jahren zum Bundesland mit dem höchsten Bio-Flächenanteil.
Konnte das junge Unternehmen Terra vom Wachstum im Umland profitieren?
Es konnte, vor allem weil sich Terra gemeinsam mit den Betrieben im Umland entwickelte. Es war die Pionierzeit vor dem Boom, in der wir wichtige Kontakte knüpfen und mit Abnahmegarantien und gemeinsamen Anbauplanungen unseren Teil zur Belebung des regionalen Bio-Marktes beitragen konnten. 1992 zogen wir in größere Räume am Großberliner Damm in Treptow und erfreuten uns am stetigen Bio-Wachstum. Dann kam 2001, das „BSE-Jahr“, das die Agrarwende und eine gesteigerte Nachfrage nach Bioprodukten einleitete. Schon bald war unser Lager zu klein. Wir zogen also 2003 erneut um, dieses Mal in einen Neubau in der Gradestraße nach Britz, der ganz nach unseren Wünschen entstand und uns komfortable 8.000 qm Lagerfläche bot.
Ansonsten blieb alles beim Alten?
Mit dem Umzug änderte sich nicht nur unsere Adresse, sondern auch unser Firmenname: Bis dahin waren wir als Terra Frischdienst und die gleichnamige Terra Naturkostvertriebs GmbH zwei eng kooperierende, aber selbstständige Firmen: Wir lieferten die Frische, die Vertriebs GmbH das Trockensortiment. Durch den Zusammenschluss der beiden Firmen konnten wir Synergien natürlich wesentlich besser nutzen. So entstand die Terra Naturkost Handels KG.
Und wie geht es weiter mit Terra?
Ab 2008 erweitern wir unseren Standort an der Gradestraße um 2.400 qm Büro- und Lagerfläche und 450 qm Tiefkühlfläche. Über 140 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten inzwischen bei Terra. Der Kleinstbetrieb hat sich zum mittelständischen Unternehmen gewandelt. Und Berlin ist Deutschlands unangefochtene Bio-Hauptstadt! Auch in Zukunft wird es weiter spannend bleiben.
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Foto: Leber-Bofinger Architekten
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(ein Projekt der Terra Naturkost und der Marktgesellschaft der Naturland Betriebe)

letzte Aktualisierung: 20.02.2012
(ei care: Best New Product 2012)
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