Der Traum vom eigenen Beerenrevier
Interview mit Marjolein und Frank van der Hulst:Marjolein, für Beeren seid ihr ausgewandert.
Hat sich dieser mutige Schritt gelohnt? Frank und ich hatten schon in den Niederlanden einen kleinen Bio-Beeren-Betrieb. Wir waren uns absolut sicher, dass Beeren unser Ding sind, vor allem Himbeeren. Deshalb wollten wir alles auf diese Karte setzen und machten uns auf die Suche nach einem zusammenhängenden Stück Land mit geeigneten Böden, einem schönen Platz für unsere Kinder, unsere Tiere und unsere Ideen. Hier in Weggun ist alles wie für uns gemacht. Sogar das Land war schon biologisch bewirtschaftet, so dass wir sofort loslegen konnten. Heute, ein Jahr später, ernten wir auf zur Zeit vier Hektaren unsere eigenen Beeren für mich hat sich unser Schritt auf jeden Fall gelohnt.
Jetzt sind die frühen Himbeeren dran. Bald kommen Brombeeren, dann wieder Himbeeren, die späten Sorten. Wir werden bis in den Herbst hinein Himbeeren liefern können. Die jungen Ruten tragen reichlich. Und im nächsten Jahr bringen wir auch Erdbeeren, Rhabarber, rote und schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren und Mini-Kiwis auf den Markt. Dann ernten wir wirklich ein halbes Jahr: im Mai den ersten Rhabarber und im November, sogar noch nach Frosteinbruch, die letzten Mini-Kiwis.
Wenn wir unter Region den Nordosten Deutschlands verstehen, dann gibt es einige Bio-Betriebe, die Erdbeeren anbauen. Und Rhabarber, denn der gehört eigentlich zum Gemüse und somit ins Programm so mancher Bio-Gärtnerei. Bei den Himbeeren, unserem Haupt-Standbein, wird es schon übersichtlicher. Da sind wir, soweit ich weiß, die einzigen, die größere Mengen in erster Qualität liefern können. Und bei den Brombeeren gehören wir zu den wenigen Anbietern, die sich überhaupt mit dieser Kultur abgeben. In ganz Deutschland werden konventionell und biologisch nur rund 100 Hektar Brombeeren kultiviert. Wir kümmern uns um einen davon. Mit aller Hingabe, die man einer Brombeere entgegen bringen muss.
Wird eure gesamte Ernte in der Region gegessen?
Auf jeden Fall. Nur frische Beeren sind gute Beeren. Der Großteil unserer Ernte geht direkt nach Berlin. Die zweite Wahl allerdings, die behalten wir und frieren sie gleich nach dem Pflücken ein, um später Marmelade und Fruchtsaucen herzustellen. Wir haben bereits eine erfahrene Marmeladen- Köchin in Weggun entdeckt. Zusammen mit ihr wollen wir im Winter unsere Beeren-Küche einweihen.
Und was macht ihr sonst so im Winter?
Im Winter schmieden wir Pläne. Auf jeden Fall wollen wir unsere Schafherde vergrößern. Unsere zehn Pommerschen Landschafe und ihre Lämmer machen uns viel Freude, wir hätten gerne 40 Muttertiere. Unser Ziel ist ein geschlossener Betriebskreislauf, in dem jeder Zweig den anderen unterstützt und ein gesundes Gleichgewicht herrscht. Schon jetzt bauen wir das Futter für unsere Tiere selber an, haben unseren eigenen Kompost und dank der Schafe auch hausgemachten Dünger. Unsere Katzen kümmern sich um die Mäuse, unsere Hühner hoffentlich um den lästigen Himbeerkäfer und die Bienen eines befreundeten Imkers um die Bestäubung der Beeren. Alles greift ineinander, die Natur organisiert sich selbst. So soll es auf einem Demeter-Betrieb ja auch sein.
Unser nächstes Seminar:
22.05.2012 - 13:00 Uhr:
Aktiv beraten und verkaufen!
Warum wird in unserer Branche so wenig aktiv verkauft? Sind es Bedenken, den
Kunden zu nahe zu treten? Liegt es am Produktwissen? An mangelndem Zutrauen?
Unsere Durchschnittsbons sind eindeutig steigerbar, gemessen am Gesamtkonsum der Kunden. Seit einiger Zeit besuchen uns vermehrt Neukunden....




