Zickig im Kühlregal
Ludolf von Maltzan, Geschäftsführer des Ökodorfs Brodowin, erzählt mehr über seinen neuesten Betriebszweig.
Herr von Maltzan, wie sind Sie als Herr einer großen Kuhherde nun auch noch auf die Ziege gekommen?
Ziegen haben mich persönlich schon lange gereizt. Das sind intelligente und gut zu haltende Tiere, deren Produkte immer stärker gefragt werden. Ziegenmilch ist generell bekömmlicher als Kuhmilch und gerade für Menschen mit einer Kuhmilch-Unverträglichkeit eine willkommene Alternative. Als wir im letzten Jahr von einer Bio-Ziegenherde hörten, die kurzfristig abzugeben war, haben wir deshalb nicht lange gezögert. An Platz mangelt es uns ja nicht in Brodowin. Die 220 Milchziegen sind mit ihrem Gefolge, bestehend aus ihren Jungtieren und drei Böcken, in ein Stück Wald und einen ehe maligen Schweinestall gezogen, den wir ganz nach ihren Bedürfnissen umgebaut haben.
Welche Bedürfnisse haben Ziegen denn so?
Sie sind sehr sozial und leben deshalb gerne in Gruppen. Wir haben den Stall so unterteilt, dass sich immer rund 50 Muttertiere einen großen, reichlich eingestreuten Innenbereich und einen eigenen Auslauf teilen. Die Jungtiere bleiben die erste Zeit bei ihren Müttern, später springen sie nach Lust und Laune im Stall umher. Innen wie außen haben wir zudem verschiedene Klettermöglichkeiten geschaffen, denn Klettern ist die Lieblingsbeschäftigung jeder Ziege.
Funktioniert das Melken im Prinzip wie bei den Kühen?
Ja, im Prinzip schon. Wir melken morgens und abends, immer mehrere Tiere zugleich in einem Melkstand. Anders als bei den Kühen, die als Herde eine konstante Milchleistung erbringen, ist Ziegenmilch ein saisonales Produkt: Ziegen sind nur in lichtreichen Monaten fruchtbar, bringen ihre Zicklein somit allesamt zwischen Januar und April zur Welt und geben auch dann die meiste Milch. Wir haben zwar rund ums Jahr Ziegenmilch, aber nicht immer so viel, dass wir die gesamte Produktpalette anbieten können.
Jetzt ist demnach eine gute Zeit für Ziegemilch-Produkte?
Jetzt, im Frühsommer, können wir aus dem Vollen schöpfen: Rund 400 Ziegenlämmer sind in den letzten Wochen geboren und weitestgehend auf feste Nahrung umgestellt, die Muttertiere geben aber immer noch viel Milch. Wir füllen deshalb nicht nur Frischmilch ab, wir verkäsen auch einen Teil der Milch zu kleinen Frischkäsen mit und ohne Kräuter und zu einem in Salzlake gereiften Käse nach Feta-Art. Im gesamten Jahr können wir rund 130.000 Liter Ziegenmilch verarbeiten. Zum Vergleich: unsere 260 Milchkühe bringen es auf etwa 1.600.000 Liter pro Jahr.
Haben Sie weitere Pläne für Ihren Ziegenhof?
Wir sind dabei, unsere Ziegenfleischprodukte gezielt zu vermarkten. Hotels und Restaurants nehmen uns vor allem Frischfleisch ab. Und für den Naturkosthandel haben wir kleine luftgetrocknete Salamis entwickelt, die einzeln verpackt angeboten werden. Parallel dazu bauen wir eine ganz neue Molkerei, die 2011 eröffnen soll und in der wir wieder mehr Käse herstellen wollen. Bestimmt bringen wir dann auch den einen oder anderen neuen Ziegenkäse auf den Markt. Mich jedenfalls reizt es, die Möglichkeiten des Ökodorfes immer wieder neu auszukosten. ![]()
Unser nächstes Seminar:
22.05.2012 - 13:00 Uhr:
Aktiv beraten und verkaufen!
Warum wird in unserer Branche so wenig aktiv verkauft? Sind es Bedenken, den
Kunden zu nahe zu treten? Liegt es am Produktwissen? An mangelndem Zutrauen?
Unsere Durchschnittsbons sind eindeutig steigerbar, gemessen am Gesamtkonsum der Kunden. Seit einiger Zeit besuchen uns vermehrt Neukunden....




